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DIE HINDERNISMAUER

Ich wollte den mich erwarteten Tod nicht mit einem Leben Empfangen, das in eine Streiechholzschachtel gequetscht war. Wie konnte ich meine Seele, die nicht einmal in sich selbst hineinpasste, in eine Wohnung mit nur einer Fernsehfernbedienung drängen.

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DIE HINDERNISMAUER
  

Unser Schöpfer, der den Menschen als einen ehrenwerten Gast erschuf, unser Herr, der uns seine Gnade

zeigte und uns aus dem Nichts erschuf, möchte, dass wir Schulter an Schulter stehen. Er findet es abscheulich,

wenn man das, was man sagt, nicht tut. Er möchte nicht, dass wir solche Menschen sind. Diese Haltung ist

aus Gottes Sicht für uns nicht angemessen. Wehe, wenn wir etwas sagen, was wir nicht tun,

tun wir etwas Unangemessenes. Hinzu kommt, dass wir das Unangemessene für uns als angemessen empfinden.

Es gibt sogar welche, die die Schönheit der Sätze bei solchen unangemessenen Haltungen bewundern.

Warum ich mich an all das erinnert habe?

Ich werde es sagen. Auf den Seiten des Buches, das Sie in der Hand

halten, steht die Geschichte eines bescheidenen Lebens.  Einfach. Rein. Naiv. Aber dieses Leben überrascht uns

auch. Das Leben eines Menschen, von dem nicht mehr erwartet wurde, dass er noch am Leben ist. Das Leben

meiner Schwester Gülseren, die wusste, dass nicht mehr  erwartet wurde, dass sie noch am Leben ist. Ein ungewöhnliches Leben.

Ein Leben, das an jedem neuen Tag mit voller Dankbarkeit beginnt, als wäre der Tag

ein geliehener Tag. Ein erstaunliches Leben ist für Menschen, in deren Leben es kein Staunen mehr gibt, eine Quelle der Hoffnung.

Ein unerwartetes Leben ist mit seinen unerwarteten Details für uns eine besondere Lektion, wo wir doch denken,

dass wir unser eigenes Leben verdient haben und dass wir unserem Leben gerecht werden.

Deswegen wird die Geschichte des Lebens von Gülseren  uns neue Leben bescheren.

Diese Entdeckung machen wir nicht, indem wir die kleinen Freuden eines Menschen, der in einem Rollstuhl

lebt, mit unseren vergleichen. Gülseren Gümüs ruft nicht wie Pollyanna zu einem übertriebenen Optimismus

auf. Sie erzählt uns keine Klischees, die mit trotzdem beginnen oder vom Thema Sieg der Entschlossenheit

oder vom Lebenskampf handeln. Gülseren übt sich darin, mit ihrer Seele in der Unbeweglichkeit

ihrer Muskeln lebendig zu bleiben. Angesichts der Hilflosigkeit ihrer Gestalt sieht sie ihre Würde

darin, ihr Herz zum Akteur ihres Lebens zu machen. Sie weckt in uns das Gefühl der Verantwortung für

unser Leben, die oft unter Vorwänden wie unter Asche verborgen ist, die wir gefühllos übergehen und die aus

dem Tal unserer Hoffnungslosigkeit nur noch wie ein ferner Feuerschein wahrgenommen wird.

Mit ihrer ganzen Existenz und ihrer Haltung widerspricht sie der weit verbreiteten Tendenz, dass diejenigen,

die so sind wie sie, durch Mitleid zu egoistischen Objekten werden. Sie spricht so wenig, dass es unmöglich

ist, dass das, was sie sagt, das verdeckt, was sie tut. Das, was sie sagt, wird zu dem, was sie tut, und das, was sie

tut, wird zu dem, was sie sagt. Sie begrüßt uns als eine würdige Akteurin. Sie findet die Schönheit,

die uns die Sure As-Saf heimlich andeutet, und wird selbst zu dieser Schönheit.

Sie streut Rosen auf unsere Wege.

Sie wird dem gerecht eine Rosenstreuerin zu sein.

 

Mit ihrem Leben schafft sie Rosensträuße.

Autor: Gulseren Gumus
ISBN: 9786058752559
Seitenzahl: 358
Sprache:  DeutschIlm
Verlag: Astec

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